Meeresbiologin erklärt: Was nach fünf Jahren Korallenwiederherstellung wirklich passiert ist
Fünf Jahre Korallenwiederherstellung in den Philippinen
Fünf Jahre Korallenwiederherstellung in den Philippinen
Dr. Sarah Chen leitet seit 2018 ein Korallenrestaurierungsprojekt in der Bucht von Coron. Die Ergebnisse weichen deutlich von den ursprünglichen Erwartungen ab.
Wir hatten ein nahezu totes Riff vor uns. 78 Prozent der Korallen waren durch Dynamitfischerei und Erwärmung zerstört. Die Biodiversität war katastrophal: 12 Fischarten in einem Gebiet, das normalerweise über 200 beherbergen sollte. Das Wasser war durch Sedimente getrübt, weil die Mangroven an der Küste abgeholzt waren.
Unser erster Ansatz scheiterte komplett. Wir pflanzten Korallenfragmente direkt auf die Riffstruktur, aber 60 Prozent starben innerhalb von sechs Monaten. Die verbliebenen Fischer sahen unsere Arbeit als nutzlos an. Niemand respektierte die Schutzzone.
Wir mussten das gesamte Projekt neu denken. Zuerst haben wir mit den Fischern alternative Einkommensquellen entwickelt. Zehn ehemalige Dynamitfischer arbeiten jetzt als Korallenriff-Guides für Touristen. Das war die wichtigste Änderung.
Technisch verwenden wir jetzt Korallen-Baumschulen im offenen Wasser. Die Fragmente wachsen dort schneller und gesünder. Nach acht Monaten verpflanzen wir sie ins Riff. Die Überlebensrate liegt bei 73 Prozent.
Gleichzeitig haben lokale Gruppen 4.000 Mangroven-Setzlinge gepflanzt. Das reduzierte die Sedimentbelastung um 40 Prozent. Heute zählen wir 89 Fischarten im geschützten Bereich. Das Riff ist nicht perfekt, aber es lebt wieder. Die größte Lektion: Ökologische Wiederherstellung funktioniert nur mit ökonomischen Lösungen für die Menschen vor Ort.
Unser Team steht Ihnen zur Verfügung und beantwortet gerne alle Ihre Fragen zu unseren Programmen und Initiativen im Bereich Wildtierschutz.
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