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Forschung Klimaforschung

Was 12 Jahre Pinguin-Forschung in der Antarktis über Anpassung zeigen

Zwölf Jahre Adeliepinguine: Verhaltensänderungen in der Antarktis

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Was 12 Jahre Pinguin-Forschung in der Antarktis über Anpassung zeigen

Dr. Emma Larsson verbringt jeden antarktischen Sommer bei einer Adeliepinguin-Kolonie auf der Ross-Insel. Ihre Langzeitdaten zeigen überraschende Anpassungsmuster.

Welche Situation fanden Sie 2011 vor?

Die Kolonie hatte etwa 18.000 Brutpaare. Die Pinguine begannen Ende Oktober mit dem Nestbau, die Küken schlüpften Mitte Dezember. 73 Prozent der Küken erreichten das flügge Alter. Die Eltern mussten durchschnittlich 12 Kilometer zu den Fischgründen schwimmen.

Das Meereis war stabil und vorhersehbar. Die Pinguine hatten feste Routen zu ihren Futterplätzen. Wir dokumentierten kaum Verluste durch Nahrungsmangel. Die größten Probleme waren Raubmöwen, die etwa 15 Prozent der Eier holten.

Was hat sich bis 2023 verändert?

Die Kolonie zählt jetzt 24.000 Brutpaare, aber die Überlebensrate der Küken liegt nur noch bei 51 Prozent. Der Brutbeginn verschiebt sich: Einige Paare starten bereits Mitte September, andere erst Anfang November. Diese Streuung gab es früher nicht.

Der Grund ist die Eisschmelze. In warmen Jahren müssen Pinguine bis zu 34 Kilometer schwimmen, um Krill zu finden. Eltern sind länger weg, Küken verhungern häufiger. Wir sehen aber auch Anpassungen: Einige Paare brüten jetzt an höher gelegenen Stellen, wo Schmelzwasser die Nester nicht überflutet.

Interessant ist die Flexibilität bei der Partnerwahl. Früher blieben 82 Prozent der Paare zusammen. Heute sind es nur 64 Prozent. Pinguine wechseln Partner, wenn diese zu spät zurückkehren. Das erhöht die Chance auf erfolgreiche Brut. Die Kolonie wächst trotz schlechterer Bedingungen, weil mehr adulte Pinguine aus anderen Regionen zuwandern.

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