Warum in Borneo jetzt weniger Regenwald verschwindet: Ein Naturschützer zieht Bilanz
Zehn Jahre Waldschutz in Borneo: Vorher und Nachher
Zehn Jahre Waldschutz in Borneo: Vorher und Nachher
Robert Tan koordiniert seit 2014 ein Waldschutzprojekt in Sabah, Borneo. Die Ergebnisse zeigen deutlich, welche Strategien versagen und welche funktionieren.
Sabah verlor 2014 etwa 12.000 Hektar Primärwald pro Jahr. Hauptursache war die Ausweitung von Palmölplantagen. Wir versuchten anfangs, Land aufzukaufen und als Schutzgebiet auszuweisen. Das funktionierte nicht, weil die Preise explodierten und wir nie genug Fläche sichern konnten.
Die lokalen Gemeinden waren nicht involviert. Sie sahen Naturschutz als westliches Projekt, das ihnen wirtschaftliche Chancen nimmt. Wilderer operierten ungestört, weil niemand vor Ort ein Interesse an Kontrolle hatte. Orang-Utans verloren Lebensraum, und die Population sank um 8 Prozent jährlich.
Wir haben das Modell komplett umgestellt. Statt Land zu kaufen, zahlen wir Gemeinden direkt für Walderhalt. 28 Dörfer erhalten jährlich 3.000 Dollar pro 100 Hektar geschütztem Wald. Das Geld kommt aus CO2-Zertifikaten, die wir an Unternehmen verkaufen.
Diese Gemeinden haben eigene Ranger-Teams gebildet. Sie dokumentieren die Waldfläche per Drohne und erhalten Bonuszahlungen, wenn die Baumbedeckung zunimmt. Der Waldverlust in den Projektgebieten liegt jetzt bei 400 Hektar pro Jahr, ein Rückgang von 85 Prozent.
Parallel dazu haben wir Agroforstsysteme eingeführt. Bauern pflanzen Kakao und Kautschuk unter Baumkronen statt Regenwald zu roden. 340 Familien nutzen dieses System bereits. Ihr Einkommen stieg um durchschnittlich 40 Prozent, während der Wald erhalten bleibt. Die Orang-Utan-Population stabilisiert sich.
Unser Team steht Ihnen zur Verfügung und beantwortet gerne alle Ihre Fragen zu unseren Programmen und Initiativen im Bereich Wildtierschutz.
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